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Stadtplätze, die kaum begeistern
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten. Aktuell lebt vor allem die jahrelange Auseinandersetzung um die Zukunft des Olivaer Platzes in Wilmersdorf wieder auf: Am Mittwochabend beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf mit mehr als 800 Einwendungen, die Bürger im Bebauungsplanverfahren schriftlich eingereicht hatten.

Zu den Kritikern gehören Anwohner, Händler, die AG City, die IHK und die CDU.

Am Mittwoch startete die Webseite www.olivaer-platz-retten.de. Dahinter stehen der Bundestagsabgeordnete und Ex-Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler sowie Stefan Evers, Stadtentwickungsexperte der Berliner CDU-Fraktion.

Für einen Einwohnerantrag an die BVV wollen die Umbaugegner 1000 Unterschriften sammeln. Ihr Hauptanliegen ist es, die 123 Parkplätze zu erhalten, da Autofahrer große Probleme hätten, ihren Wagen im Kiez am Ku’damm abzustellen. Dagegen beschloss die rot-grüne Mehrheit im Bezirk schon vor zwei Jahren, alle Stellplätze entfernen, um die Grünanlage zu vergrößern.

Möglichst viele Bäume sollen bleiben

An der Sitzung des Ausschusses nahmen mehr als 50 Anwohner teil. Einige verlangten, Baumfällungen in dem „Biotop“ zu vermeiden. „Wir müssen noch mal über den Baumbestand reden“, stimmte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) zu, so sahen es auch die Fraktionen der SPD und der Grünen. Bisher ist geplant, 70 der 148 vorhandenen Bäume zu fällen und dafür 85 neue zu pflanzen. Naturgemäß würde es lange dauern, bis diese so hoch wie die alten werden. Beim Streit ums Parken gab es keine Annäherung.

Anwohner forderten eine Bürgerbefragung, die bisherige Beteiligung reiche nicht aus. Das sah Schulte anders, er listete mehr ein halbes Dutzend Bürgerversammlungen und öffentliche Ausschussberatungen in den vorigen vier Jahren auf. Unter anderem seien Entwürfe im Amerika-Haus diskutiert und ausgestellt worden.

Anrainer kündigen Klagen an

Die Kosten des Umbaus nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Das Geld stammt aus dem Senatsprogramm „Aktive Zentren“ und muss bis 2019 ausgegeben sein, sonst verfällt der Anspruch. Die Arbeiten sollen 2015 oder spätestens 2016 beginnen. Zum Konzept gehören ein Café statt des Imbisses an der Konstanzer Straße und ein barrierefreier „Inklusions-Spielplatz“ auf der bisherigen Parkplatzfläche, der auf eine Initiative der Linken-Politikerin Marlene Cieschinger und der Piratenfraktion zurückgeht.

Wann es losgeht, hängt auch von möglichen Gerichtsverfahren ab. Eine Anwaltskanzlei am Olivaer Platz hat angekündigt, gegen den Wegfall der Parkplätze zu klagen. Viele Argumente gegen die Planungen hat außerdem der Anwohner und frühere Berliner Fughafenchef Hans-Henning Romberg gesammelt. „Ich scheue mich nicht, als Privatmann zu klagen“, sagte er.

Mangelnde Grünpflege

Einig waren sich Bürger und Politiker aller Parteien nur darin, dass der Park auf dem Olivaer Platz aktuell in einem beklagenswerten Zustand sei und zu wenig gepflegt werde. Hundekot, Urinlachen und Drogenkonsum gehören zu den oft genannten Problemen. Viele Anwohner bezweifeln, dass ein neuer Park daran etwas ändere. Eine nach heutigen Maßstäben gestaltete Anlage lasse sich aber leichter instand halten als eine aus den 1960er Jahren, sagte Stadtrat Schulte. Zusätzlich wünscht er sich „bürgerschaftliches Engagement wie am Lietzensee oder dem Bundesplatz“.

Einzelne Bürger sprachen sich für die geplanten Umbauten aus: Die jetzigen vielen Ecke und Winkel schreckten Kinder und Mütter ab, nachts traue man sich kaum hindurch.

Das Café am Lehniner Platz lässt auf sich warten

Viele Beschwerden gibt es über den recht kahl wirkenden Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne. Im Sommer 2012 kamen ein Brunnen, eine Baumreihe, Sitzbänke und eine Boulebahn hinzu – nicht aber das angekündigte Café, das den Platz beleben sollte. Das sei nicht die Schuld des Bezirks, sagt der Baustadtrat.

Geplant war, dass der Betreiber eines früheren Kiosks das Café baut und betreibt. Der Unternehmer sehe sich dazu nicht mehr in der Lage und sei nach Kenntnis der Bezirks pleite, sagt Schulte. Denkbar sei eine Neuausschreibung. Alternativ könnten umliegende Lokale im Sommer Gäste auf dem Platz bewirten.

Friedhofsähnliche Stelen

Viel Kritik hatte es schon nach der Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße mit leicht zu pflegenden, aber eintönigen Eibenbeeten gegeben. Tagesspiegel-Leser beschwerten sich außerdem über den ehemaligen Rankeplatz, der seit 2012 Friedrich-Hollaender-Platz heißt. Die neue Gestaltung mit Steinstelen erinnert manche Passanten an einen Friedhof oder das Holocaust-Mahnmal in Mitte. Immerhin gebe es nun einen Brunnen, heißt es dazu vom Bezirk.

Am neuen Urania-Vorplatz fehlt noch was

Vor der Schöneberger Urania wundern sich Passanten unterdessen, warum für 500 000 Euro aus dem Plätzeprogramm des Senats nur eine Asphaltfläche mit eingelassenen goldenen Linien entstanden ist, die als Symbole für die Wissenschaft gedacht sind. Der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) weist darauf hin, dass der neue Urania-Vorplatz noch nicht fertig sei, auch wenn er Anfang September feierlich eröffnet wurde. Laut Krüger kommen bald noch vier Bäume und zwei Sitzbänke hinzu.

Urania-Geschäftsführer Ulrich Bleyer lobt die Neugestaltung, weil man den Platz nun mit Sonderveranstaltungen „bespielen“ könne. Zwischen den früheren kleinen Beeten sei das kaum möglich gewesen.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]; Simulation: Promo
Stadtplätze, die kaum begeistern
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten.
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten. Aktuell lebt vor allem die jahrelange Auseinandersetzung um die Zukunft des Olivaer Platzes in Wilmersdorf wieder auf: Am Mittwochabend beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf mit mehr als 800 Einwendungen, die Bürger im Bebauungsplanverfahren schriftlich eingereicht hatten.

Zu den Kritikern gehören Anwohner, Händler, die AG City, die IHK und die CDU.

Am Mittwoch startete die Webseite www.olivaer-platz-retten.de. Dahinter stehen der Bundestagsabgeordnete und Ex-Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler sowie Stefan Evers, Stadtentwickungsexperte der Berliner CDU-Fraktion.

Für einen Einwohnerantrag an die BVV wollen die Umbaugegner 1000 Unterschriften sammeln. Ihr Hauptanliegen ist es, die 123 Parkplätze zu erhalten, da Autofahrer große Probleme hätten, ihren Wagen im Kiez am Ku’damm abzustellen. Dagegen beschloss die rot-grüne Mehrheit im Bezirk schon vor zwei Jahren, alle Stellplätze entfernen, um die Grünanlage zu vergrößern.

Möglichst viele Bäume sollen bleiben

An der Sitzung des Ausschusses nahmen mehr als 50 Anwohner teil. Einige verlangten, Baumfällungen in dem „Biotop“ zu vermeiden. „Wir müssen noch mal über den Baumbestand reden“, stimmte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) zu, so sahen es auch die Fraktionen der SPD und der Grünen. Bisher ist geplant, 70 der 148 vorhandenen Bäume zu fällen und dafür 85 neue zu pflanzen. Naturgemäß würde es lange dauern, bis diese so hoch wie die alten werden. Beim Streit ums Parken gab es keine Annäherung.

Anwohner forderten eine Bürgerbefragung, die bisherige Beteiligung reiche nicht aus. Das sah Schulte anders, er listete mehr ein halbes Dutzend Bürgerversammlungen und öffentliche Ausschussberatungen in den vorigen vier Jahren auf. Unter anderem seien Entwürfe im Amerika-Haus diskutiert und ausgestellt worden.

Anrainer kündigen Klagen an

Die Kosten des Umbaus nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Das Geld stammt aus dem Senatsprogramm „Aktive Zentren“ und muss bis 2019 ausgegeben sein, sonst verfällt der Anspruch. Die Arbeiten sollen 2015 oder spätestens 2016 beginnen. Zum Konzept gehören ein Café statt des Imbisses an der Konstanzer Straße und ein barrierefreier „Inklusions-Spielplatz“ auf der bisherigen Parkplatzfläche, der auf eine Initiative der Linken-Politikerin Marlene Cieschinger und der Piratenfraktion zurückgeht.

Wann es losgeht, hängt auch von möglichen Gerichtsverfahren ab. Eine Anwaltskanzlei am Olivaer Platz hat angekündigt, gegen den Wegfall der Parkplätze zu klagen. Viele Argumente gegen die Planungen hat außerdem der Anwohner und frühere Berliner Fughafenchef Hans-Henning Romberg gesammelt. „Ich scheue mich nicht, als Privatmann zu klagen“, sagte er.

Mangelnde Grünpflege

Einig waren sich Bürger und Politiker aller Parteien nur darin, dass der Park auf dem Olivaer Platz aktuell in einem beklagenswerten Zustand sei und zu wenig gepflegt werde. Hundekot, Urinlachen und Drogenkonsum gehören zu den oft genannten Problemen. Viele Anwohner bezweifeln, dass ein neuer Park daran etwas ändere. Eine nach heutigen Maßstäben gestaltete Anlage lasse sich aber leichter instand halten als eine aus den 1960er Jahren, sagte Stadtrat Schulte. Zusätzlich wünscht er sich „bürgerschaftliches Engagement wie am Lietzensee oder dem Bundesplatz“.

Einzelne Bürger sprachen sich für die geplanten Umbauten aus: Die jetzigen vielen Ecke und Winkel schreckten Kinder und Mütter ab, nachts traue man sich kaum hindurch.

Das Café am Lehniner Platz lässt auf sich warten

Viele Beschwerden gibt es über den recht kahl wirkenden Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne. Im Sommer 2012 kamen ein Brunnen, eine Baumreihe, Sitzbänke und eine Boulebahn hinzu – nicht aber das angekündigte Café, das den Platz beleben sollte. Das sei nicht die Schuld des Bezirks, sagt der Baustadtrat.

Geplant war, dass der Betreiber eines früheren Kiosks das Café baut und betreibt. Der Unternehmer sehe sich dazu nicht mehr in der Lage und sei nach Kenntnis der Bezirks pleite, sagt Schulte. Denkbar sei eine Neuausschreibung. Alternativ könnten umliegende Lokale im Sommer Gäste auf dem Platz bewirten.

Friedhofsähnliche Stelen

Viel Kritik hatte es schon nach der Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße mit leicht zu pflegenden, aber eintönigen Eibenbeeten gegeben. Tagesspiegel-Leser beschwerten sich außerdem über den ehemaligen Rankeplatz, der seit 2012 Friedrich-Hollaender-Platz heißt. Die neue Gestaltung mit Steinstelen erinnert manche Passanten an einen Friedhof oder das Holocaust-Mahnmal in Mitte. Immerhin gebe es nun einen Brunnen, heißt es dazu vom Bezirk.

Am neuen Urania-Vorplatz fehlt noch was

Vor der Schöneberger Urania wundern sich Passanten unterdessen, warum für 500 000 Euro aus dem Plätzeprogramm des Senats nur eine Asphaltfläche mit eingelassenen goldenen Linien entstanden ist, die als Symbole für die Wissenschaft gedacht sind. Der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) weist darauf hin, dass der neue Urania-Vorplatz noch nicht fertig sei, auch wenn er Anfang September feierlich eröffnet wurde. Laut Krüger kommen bald noch vier Bäume und zwei Sitzbänke hinzu.

Urania-Geschäftsführer Ulrich Bleyer lobt die Neugestaltung, weil man den Platz nun mit Sonderveranstaltungen „bespielen“ könne. Zwischen den früheren kleinen Beeten sei das kaum möglich gewesen.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]; Simulation: Promo

 

 
"O´zapft is" im Hotel Palace Berlin
Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen in der Palace Wies’n Lounge

"O´zapft is" gibt es längst nicht nur in München, sondern auch das Hotel Palace Berlin holt ein Stück Oktoberfest in die Hauptstadt.
Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen in der Palace Wies’n Lounge

"O´zapft is" gibt es längst nicht nur in München, sondern auch das Hotel Palace Berlin holt ein Stück Oktoberfest in die Hauptstadt.

Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen mit kleinen bayerischen Schmankerln und Getränken in der Palace Wies’n Lounge.

Original Münchner Weißwurst, hausgemachter Obazda, Bretz’n, Allgäuer Büble Bierspezialitäten und bayerische Festmusik dürfen natürlich nicht fehlen. Verweilen Sie mit Festbier oder einem Gläschen Champagner mitten im Zentrum der City West.

Vom 20. September bis 5. Oktober 2014
Täglich geöffnet von 10 bis 21 Uhr

Weitere Informationen unter 030 2502-0 oder unter hotel@palace.de.

 
Im Westen viel Neues
Rund um den Kurfürstendamm verändert Berlin sein glänzendes Gesicht

An schmissigen Schlagzeilen über den Kurfürstendamm mangelt es gerade mal wieder nicht – und viele davon zeigen, wie begehrt das Zentrum der westlichen Berliner Innenstadt ist.
Rund um den Kurfürstendamm verändert Berlin sein glänzendes Gesicht

An schmissigen Schlagzeilen über den Kurfürstendamm mangelt es gerade mal wieder nicht – und viele davon zeigen, wie begehrt das Zentrum der westlichen Berliner Innenstadt ist. Rund um Karstadt ist ein Shoppingcenter geplant, für das Ku’damm-Karree mit den zwei Boulevardtheatern interessieren sich neue Investoren, und am östlichen Ende der 3,5 Kilometer langen Straße entsteht das Hochhaus „Upper West“.

Die AG City will sogar die Tauentzienstraße nebenan in Kurfürstendamm umbenennen, blitzt damit jedoch bei Bezirkspolitikern ab.

Alle reden vom neuen Aufschwung des Ku’damms, dessen Entwicklung wir jetzt noch ausführlicher im Ku’damm-Blog zeigen.

„Der Ku'damm ist moderner und internationaler denn je“

Vor allem für die vielen Luxusläden ist der Ku’damm bekannt – auch unter Gangstern, die soeben einen Geldtransporter am Apple-Store und einen Juwelier am Olivaer Platz beraubten. Spitzenmieten für Geschäfte sind auf 300 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Einen „rasanten“ Aufschwung der „absoluten Top-1A-Lage“ sieht die Immobiliengesellschaft CBRE. Der Ku’damm habe „eine traumhafte Entwicklung genommen“ und sei „moderner und internationaler denn je“, findet Klaus-Jürgen Meier, Vorsitzender der AG City.

Etwa 3,76 Millionen Treffer zeigt die Internet-Suchmaschine Google für Berlin und den Kurfürstendamm an – weit mehr als die 2,17 Millionen für die Friedrichstraße in Mitte, von der früher oft behauptet wurde, sie überflügele den angeblich verstaubten alten Westen. Das war aber nie so, wie auch Passantenzählungen von Maklerfirmen bewiesen.

Schaufenster des Westens

Allerdings schließen fast alle Läden um 20 Uhr, und danach ist wenig los. Die größten Menschenmassen hat es in den 1990er Jahren bei der Love Parade gegeben – und beim Mauerfall am 9. November 1989, als das Kranzler-Eck der Sehnsuchtsort vieler Ost-Berliner war. „Schaufenster des Westens“ hießen Ku’damm und Tauentzienstraße in den Zeiten des Kalten Krieges.

Rundum werden immer mehr Wohnungen gebaut

Auch als Wohngegend ist die Umgebung einer der gefragtesten Orte Berlins, vor allem südlich des Ku’damms gab und gibt es viele Neubauten. So legt die Sanus AG am Donnerstag den Grundstein für 221 Wohnungen an der Seesener Straße nahe dem S-Bahnhof Halensee. Im Haus Cumberland und in der Emser Straße entstanden Luxuswohnungen. Die Kleingartenkolonie an der Württembergischen Straße musste mehr als 200 Wohnungen weichen. An der Lietzenburger Straße entstehen die „Charlottenhöfe“ mit 75 Wohnungen und „Concierge- und Butler-Service“. Nur einen Steinwurf entfernt wächst das „Quartier Pariser Straße“ mit 43 Wohnungen an der Stelle der früheren Disko „Madow“ am Olivaer Platz heran. All diese Projekte richten sich an eine zahlungskräftige Klientel.

Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) lobt die Vielfältigkeit des Ku’damms, der eine Flaniermeile geblieben sei. „Man möchte auf den Plätzen sitzen“, deshalb plane der Bezirk eine Neugestaltung des Joachimsthaler Platzes.

Bei jeder Fußball-WM rollt der Autokorso

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft rollte nach jedem Sieg der deutschen Elf ein langer Autokorso über den Boulevard, der spätestens seit der Fußball-WM 2006 eine inoffizielle Festmeile der Fans ist. Besonders groß ist das Gehupe und Gedränge stets an der Ecke Joachimsthaler Straße vor dem Neuen Kranzler-Eck. Dieser vom Architekten Helmut Jahn entworfene Glaspalast galt nach der Eröffnung im Jahr 2000 als wegweisend für viele weitere Projekte.

Junge Menschen lockt abends wenig

Junge Leute zieht es fast nur tagsüber an den Ku’damm, wo sich Modefilialisten nahe der Gedächtniskirche angesiedelt haben. Die Clubszene dagegen hat sich weitgehend verabschiedet. Zu den wenigen Ausnahmen zählen die „Puro Sky Lounge“ im Europa-Center sowie „Maxxim“, „First“ und „Q-Dorf“ an der Joachimsthaler Straße. Szenekenner der Berliner „Club Commission“ glauben nicht an ein größeres Comeback – dafür seien die Mieten zu hoch.

Nachtschwärmer freuen sich daher über jeden neuen Treffpunkt in der Nähe. Ein Beispiel ist die „Monkey Bar“, die Anfang dieses Jahres im zehnten Stock des Hotels „25hours“am Zoo eröffnete. Der Andrang ist so groß, dass oft Türsteher den Einlass regeln.

Das gastronomische Leben spielt sich vor allem in Seitenstraßen ab

Ältere Berliner vermissen Institutionen wie die Cafés Möhring und Kranzler, Letzteres ist auf seine kleine Rotunde geschrumpft. Die Kaffeekränzchen-Ära scheint vorbei, auch wenn es einige Cafés am Straßenrand gibt – etwa das „Einstein“ am George-Grosz-Platz, „Wohlfahrt’s & Dressler“ im Ku’damm-Karree oder die „Brasserie Le Paris“ im Maison de France. Einem klassischen Kaffeehaus gleicht am ehesten das Ende 2012 eröffnete „Grosz“ im Haus Cumberland mit acht Meter hohen Decken, Jugendstilsäulen und Marmorboden.

Noch immer finden viele Touristen, es gebe zu wenig Gastronomie. Die Lösung scheint jedoch einfach: Man muss nur ein paar Schritte in die Seitenstraßen gehen, wo sich ein Lokal ans nächste reiht.

Menschenschlangen sind abends vor dem Theater und der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen. Von den einst zahlreichen Kinos ist dagegen fast keines mehr übrig, in bekannten früheren Spielstätten der Berlinale verkaufen heute Modeläden. Direkt am Boulevard gibt es noch die Astor Film Lounge und das Cinema Paris im Maison de France. Nicht weit entfernt hat Ende 2013 der modernisierte große Zoo-Palast eröffnet, in dem auch wieder die Berlinale gastiert.

In Halensee sind die Menschenströme nicht angekommen

Ruhig geht es im westlichen Straßenteil in Halensee zu, wo der Rathenauplatz das Ende bildet und Wolf Vostells „Beton-Cadillacs“ an den „Skulpturenboulevard“ im Jahr 1987 erinnern. Am S-Bahnhof Halensee hat Ende 2013 ein großer neuer Baumarkt ein eigenes Zeichen gesetzt. Mehrere andere Läden und Lokale im Bereich bis zur Schaubühne am Lehniner Platz stehen leer.

Die Prachtstraße geht auf Bismarck zurück

2011 hatten die Anlieger des Ku’damms dessen 125. Geburtstag gefeiert. Eigentlich ist er viel älter: Kurfürst Joachim II hatte um 1542 einen Reitweg anlegen lassen. Aber erst Otto von Bismarck regte den Ausbau zur 53 Meter breiten Prachtstraße an, zu der ursprünglich noch die heutige Budapester Straße gehörte. Als Geburtstag des Boulevards gilt der 5. Mai 1886, als die erste Dampf-Straßenbahn fuhr. 2016 könnte die AG City das 130. Jubiläum feiern. Ob es wieder ein großes Fest gibt, ist noch offen. Flaniert wird hier sowieso jeden Tag.

Der Tagesspiegel, [24.09.2014]; Simulationen: Promo

 

 

 

 
In der westlichen Innenstadt werden immer mehr Plätze umgestaltet

Manche Plätze rund um den Kurfürstendamm sind schon neu gestaltet, weitere sollen folgen – doch ob es sich wirklich um Aufwertungen handelt, bleibt umstritten. Aktuell lebt vor allem die jahrelange Auseinandersetzung um die Zukunft des Olivaer Platzes in Wilmersdorf wieder auf: Am Mittwochabend beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf mit mehr als 800 Einwendungen, die Bürger im Bebauungsplanverfahren schriftlich eingereicht hatten.

Zu den Kritikern gehören Anwohner, Händler, die AG City, die IHK und die CDU.

Am Mittwoch startete die Webseite www.olivaer-platz-retten.de. Dahinter stehen der Bundestagsabgeordnete und Ex-Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler sowie Stefan Evers, Stadtentwickungsexperte der Berliner CDU-Fraktion.

Für einen Einwohnerantrag an die BVV wollen die Umbaugegner 1000 Unterschriften sammeln. Ihr Hauptanliegen ist es, die 123 Parkplätze zu erhalten, da Autofahrer große Probleme hätten, ihren Wagen im Kiez am Ku’damm abzustellen. Dagegen beschloss die rot-grüne Mehrheit im Bezirk schon vor zwei Jahren, alle Stellplätze entfernen, um die Grünanlage zu vergrößern.

Möglichst viele Bäume sollen bleiben

An der Sitzung des Ausschusses nahmen mehr als 50 Anwohner teil. Einige verlangten, Baumfällungen in dem „Biotop“ zu vermeiden. „Wir müssen noch mal über den Baumbestand reden“, stimmte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) zu, so sahen es auch die Fraktionen der SPD und der Grünen. Bisher ist geplant, 70 der 148 vorhandenen Bäume zu fällen und dafür 85 neue zu pflanzen. Naturgemäß würde es lange dauern, bis diese so hoch wie die alten werden. Beim Streit ums Parken gab es keine Annäherung.

Anwohner forderten eine Bürgerbefragung, die bisherige Beteiligung reiche nicht aus. Das sah Schulte anders, er listete mehr ein halbes Dutzend Bürgerversammlungen und öffentliche Ausschussberatungen in den vorigen vier Jahren auf. Unter anderem seien Entwürfe im Amerika-Haus diskutiert und ausgestellt worden.

Anrainer kündigen Klagen an

Die Kosten des Umbaus nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Das Geld stammt aus dem Senatsprogramm „Aktive Zentren“ und muss bis 2019 ausgegeben sein, sonst verfällt der Anspruch. Die Arbeiten sollen 2015 oder spätestens 2016 beginnen. Zum Konzept gehören ein Café statt des Imbisses an der Konstanzer Straße und ein barrierefreier „Inklusions-Spielplatz“ auf der bisherigen Parkplatzfläche, der auf eine Initiative der Linken-Politikerin Marlene Cieschinger und der Piratenfraktion zurückgeht.

Wann es losgeht, hängt auch von möglichen Gerichtsverfahren ab. Eine Anwaltskanzlei am Olivaer Platz hat angekündigt, gegen den Wegfall der Parkplätze zu klagen. Viele Argumente gegen die Planungen hat außerdem der Anwohner und frühere Berliner Fughafenchef Hans-Henning Romberg gesammelt. „Ich scheue mich nicht, als Privatmann zu klagen“, sagte er.

Mangelnde Grünpflege

Einig waren sich Bürger und Politiker aller Parteien nur darin, dass der Park auf dem Olivaer Platz aktuell in einem beklagenswerten Zustand sei und zu wenig gepflegt werde. Hundekot, Urinlachen und Drogenkonsum gehören zu den oft genannten Problemen. Viele Anwohner bezweifeln, dass ein neuer Park daran etwas ändere. Eine nach heutigen Maßstäben gestaltete Anlage lasse sich aber leichter instand halten als eine aus den 1960er Jahren, sagte Stadtrat Schulte. Zusätzlich wünscht er sich „bürgerschaftliches Engagement wie am Lietzensee oder dem Bundesplatz“.

Einzelne Bürger sprachen sich für die geplanten Umbauten aus: Die jetzigen vielen Ecke und Winkel schreckten Kinder und Mütter ab, nachts traue man sich kaum hindurch.

Das Café am Lehniner Platz lässt auf sich warten

Viele Beschwerden gibt es über den recht kahl wirkenden Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne. Im Sommer 2012 kamen ein Brunnen, eine Baumreihe, Sitzbänke und eine Boulebahn hinzu – nicht aber das angekündigte Café, das den Platz beleben sollte. Das sei nicht die Schuld des Bezirks, sagt der Baustadtrat.

Geplant war, dass der Betreiber eines früheren Kiosks das Café baut und betreibt. Der Unternehmer sehe sich dazu nicht mehr in der Lage und sei nach Kenntnis der Bezirks pleite, sagt Schulte. Denkbar sei eine Neuausschreibung. Alternativ könnten umliegende Lokale im Sommer Gäste auf dem Platz bewirten.

Friedhofsähnliche Stelen

Viel Kritik hatte es schon nach der Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße mit leicht zu pflegenden, aber eintönigen Eibenbeeten gegeben. Tagesspiegel-Leser beschwerten sich außerdem über den ehemaligen Rankeplatz, der seit 2012 Friedrich-Hollaender-Platz heißt. Die neue Gestaltung mit Steinstelen erinnert manche Passanten an einen Friedhof oder das Holocaust-Mahnmal in Mitte. Immerhin gebe es nun einen Brunnen, heißt es dazu vom Bezirk.

Am neuen Urania-Vorplatz fehlt noch was

Vor der Schöneberger Urania wundern sich Passanten unterdessen, warum für 500 000 Euro aus dem Plätzeprogramm des Senats nur eine Asphaltfläche mit eingelassenen goldenen Linien entstanden ist, die als Symbole für die Wissenschaft gedacht sind. Der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) weist darauf hin, dass der neue Urania-Vorplatz noch nicht fertig sei, auch wenn er Anfang September feierlich eröffnet wurde. Laut Krüger kommen bald noch vier Bäume und zwei Sitzbänke hinzu.

Urania-Geschäftsführer Ulrich Bleyer lobt die Neugestaltung, weil man den Platz nun mit Sonderveranstaltungen „bespielen“ könne. Zwischen den früheren kleinen Beeten sei das kaum möglich gewesen.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]; Simulation: Promo

 
Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen in der Palace Wies’n Lounge

"O´zapft is" gibt es längst nicht nur in München, sondern auch das Hotel Palace Berlin holt ein Stück Oktoberfest in die Hauptstadt.

Erleben Sie besonderes Flair in Dirndl und Lederhosen mit kleinen bayerischen Schmankerln und Getränken in der Palace Wies’n Lounge.

Original Münchner Weißwurst, hausgemachter Obazda, Bretz’n, Allgäuer Büble Bierspezialitäten und bayerische Festmusik dürfen natürlich nicht fehlen. Verweilen Sie mit Festbier oder einem Gläschen Champagner mitten im Zentrum der City West.

Vom 20. September bis 5. Oktober 2014
Täglich geöffnet von 10 bis 21 Uhr

Weitere Informationen unter 030 2502-0 oder unter hotel@palace.de.

 

 
Rund um den Kurfürstendamm verändert Berlin sein glänzendes Gesicht

An schmissigen Schlagzeilen über den Kurfürstendamm mangelt es gerade mal wieder nicht – und viele davon zeigen, wie begehrt das Zentrum der westlichen Berliner Innenstadt ist. Rund um Karstadt ist ein Shoppingcenter geplant, für das Ku’damm-Karree mit den zwei Boulevardtheatern interessieren sich neue Investoren, und am östlichen Ende der 3,5 Kilometer langen Straße entsteht das Hochhaus „Upper West“.

Die AG City will sogar die Tauentzienstraße nebenan in Kurfürstendamm umbenennen, blitzt damit jedoch bei Bezirkspolitikern ab.

Alle reden vom neuen Aufschwung des Ku’damms, dessen Entwicklung wir jetzt noch ausführlicher im Ku’damm-Blog zeigen.

„Der Ku'damm ist moderner und internationaler denn je“

Vor allem für die vielen Luxusläden ist der Ku’damm bekannt – auch unter Gangstern, die soeben einen Geldtransporter am Apple-Store und einen Juwelier am Olivaer Platz beraubten. Spitzenmieten für Geschäfte sind auf 300 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Einen „rasanten“ Aufschwung der „absoluten Top-1A-Lage“ sieht die Immobiliengesellschaft CBRE. Der Ku’damm habe „eine traumhafte Entwicklung genommen“ und sei „moderner und internationaler denn je“, findet Klaus-Jürgen Meier, Vorsitzender der AG City.

Etwa 3,76 Millionen Treffer zeigt die Internet-Suchmaschine Google für Berlin und den Kurfürstendamm an – weit mehr als die 2,17 Millionen für die Friedrichstraße in Mitte, von der früher oft behauptet wurde, sie überflügele den angeblich verstaubten alten Westen. Das war aber nie so, wie auch Passantenzählungen von Maklerfirmen bewiesen.

Schaufenster des Westens

Allerdings schließen fast alle Läden um 20 Uhr, und danach ist wenig los. Die größten Menschenmassen hat es in den 1990er Jahren bei der Love Parade gegeben – und beim Mauerfall am 9. November 1989, als das Kranzler-Eck der Sehnsuchtsort vieler Ost-Berliner war. „Schaufenster des Westens“ hießen Ku’damm und Tauentzienstraße in den Zeiten des Kalten Krieges.

Rundum werden immer mehr Wohnungen gebaut

Auch als Wohngegend ist die Umgebung einer der gefragtesten Orte Berlins, vor allem südlich des Ku’damms gab und gibt es viele Neubauten. So legt die Sanus AG am Donnerstag den Grundstein für 221 Wohnungen an der Seesener Straße nahe dem S-Bahnhof Halensee. Im Haus Cumberland und in der Emser Straße entstanden Luxuswohnungen. Die Kleingartenkolonie an der Württembergischen Straße musste mehr als 200 Wohnungen weichen. An der Lietzenburger Straße entstehen die „Charlottenhöfe“ mit 75 Wohnungen und „Concierge- und Butler-Service“. Nur einen Steinwurf entfernt wächst das „Quartier Pariser Straße“ mit 43 Wohnungen an der Stelle der früheren Disko „Madow“ am Olivaer Platz heran. All diese Projekte richten sich an eine zahlungskräftige Klientel.

Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) lobt die Vielfältigkeit des Ku’damms, der eine Flaniermeile geblieben sei. „Man möchte auf den Plätzen sitzen“, deshalb plane der Bezirk eine Neugestaltung des Joachimsthaler Platzes.

Bei jeder Fußball-WM rollt der Autokorso

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft rollte nach jedem Sieg der deutschen Elf ein langer Autokorso über den Boulevard, der spätestens seit der Fußball-WM 2006 eine inoffizielle Festmeile der Fans ist. Besonders groß ist das Gehupe und Gedränge stets an der Ecke Joachimsthaler Straße vor dem Neuen Kranzler-Eck. Dieser vom Architekten Helmut Jahn entworfene Glaspalast galt nach der Eröffnung im Jahr 2000 als wegweisend für viele weitere Projekte.

Junge Menschen lockt abends wenig

Junge Leute zieht es fast nur tagsüber an den Ku’damm, wo sich Modefilialisten nahe der Gedächtniskirche angesiedelt haben. Die Clubszene dagegen hat sich weitgehend verabschiedet. Zu den wenigen Ausnahmen zählen die „Puro Sky Lounge“ im Europa-Center sowie „Maxxim“, „First“ und „Q-Dorf“ an der Joachimsthaler Straße. Szenekenner der Berliner „Club Commission“ glauben nicht an ein größeres Comeback – dafür seien die Mieten zu hoch.

Nachtschwärmer freuen sich daher über jeden neuen Treffpunkt in der Nähe. Ein Beispiel ist die „Monkey Bar“, die Anfang dieses Jahres im zehnten Stock des Hotels „25hours“am Zoo eröffnete. Der Andrang ist so groß, dass oft Türsteher den Einlass regeln.

Das gastronomische Leben spielt sich vor allem in Seitenstraßen ab

Ältere Berliner vermissen Institutionen wie die Cafés Möhring und Kranzler, Letzteres ist auf seine kleine Rotunde geschrumpft. Die Kaffeekränzchen-Ära scheint vorbei, auch wenn es einige Cafés am Straßenrand gibt – etwa das „Einstein“ am George-Grosz-Platz, „Wohlfahrt’s & Dressler“ im Ku’damm-Karree oder die „Brasserie Le Paris“ im Maison de France. Einem klassischen Kaffeehaus gleicht am ehesten das Ende 2012 eröffnete „Grosz“ im Haus Cumberland mit acht Meter hohen Decken, Jugendstilsäulen und Marmorboden.

Noch immer finden viele Touristen, es gebe zu wenig Gastronomie. Die Lösung scheint jedoch einfach: Man muss nur ein paar Schritte in die Seitenstraßen gehen, wo sich ein Lokal ans nächste reiht.

Menschenschlangen sind abends vor dem Theater und der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen. Von den einst zahlreichen Kinos ist dagegen fast keines mehr übrig, in bekannten früheren Spielstätten der Berlinale verkaufen heute Modeläden. Direkt am Boulevard gibt es noch die Astor Film Lounge und das Cinema Paris im Maison de France. Nicht weit entfernt hat Ende 2013 der modernisierte große Zoo-Palast eröffnet, in dem auch wieder die Berlinale gastiert.

In Halensee sind die Menschenströme nicht angekommen

Ruhig geht es im westlichen Straßenteil in Halensee zu, wo der Rathenauplatz das Ende bildet und Wolf Vostells „Beton-Cadillacs“ an den „Skulpturenboulevard“ im Jahr 1987 erinnern. Am S-Bahnhof Halensee hat Ende 2013 ein großer neuer Baumarkt ein eigenes Zeichen gesetzt. Mehrere andere Läden und Lokale im Bereich bis zur Schaubühne am Lehniner Platz stehen leer.

Die Prachtstraße geht auf Bismarck zurück

2011 hatten die Anlieger des Ku’damms dessen 125. Geburtstag gefeiert. Eigentlich ist er viel älter: Kurfürst Joachim II hatte um 1542 einen Reitweg anlegen lassen. Aber erst Otto von Bismarck regte den Ausbau zur 53 Meter breiten Prachtstraße an, zu der ursprünglich noch die heutige Budapester Straße gehörte. Als Geburtstag des Boulevards gilt der 5. Mai 1886, als die erste Dampf-Straßenbahn fuhr. 2016 könnte die AG City das 130. Jubiläum feiern. Ob es wieder ein großes Fest gibt, ist noch offen. Flaniert wird hier sowieso jeden Tag.

Der Tagesspiegel, [24.09.2014]; Simulationen: Promo